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„Juniorwahl ist eine tolle Sache“

Bei den Kommunalwahlen am Sonntag, 25. Mai, wählt Deutschland auch ein neues Europaparlament. Die Klassen 10a und b sowie der Sozialkunde Leistungs- und Grundkurs der Jahrgangsstufe 12 am Lauterecker Veldenz-Gymnasium beschäftigen sich in diesen Wochen mit dem Thema Wahlen. Im Unterricht nahmen die rund 90 Schüler bereits an den Juniorwahlen für das Europaparlament teil, die der Kumulus-Verein organisiert.

„Die Juniorwahlen bieten uns tolle Anknüpfungspunkte an den Unterricht“, erläutert Susanne Bender, Sozialkundelehrerin der 10. Klasse. Zusammen mit Helena Schlarb, die den Sozialkunde-Leistungskurs unterrichtet, organisiert sie in diesem Jahr die Juniorwahlen.Der Verein Kumulus führt die Juniorwahlen schon seit 1999 durch. Normalerweise findet die Wahl in der Woche vor dem offiziellen Wahltermin statt. Doch aufgrund der anstehenden Klassenfahrt der 10b musste die Schülerwahl am Gymnasium um eine Woche nach vorne verlegt werden. Der Ablauf der Juniorwahl gleicht genau dem der offiziellen Wahl am 25. Mai. Freiwillige Wahlhelfer aus den teilnehmenden Klassen gleichen die Namen der Schüler mit dem Wählerverzeichnis ab. „So gehen wir sicher, dass niemand doppelt wählt und so das Wahlergebnis verfälschen könnte“, beschreibt Susanne Bender die Vorgehensweise. In zwei Wahlkabinen können die Teilnehmer ihre Stimme zur Europawahl abgeben und anschließend den Stimmzettel in die Wahlurne werfen. Dann werten die sieben Wahlhelfer des Gymnasiums die Ergebnisse aus. Diese werden an den Kumulus-Verein geschickt und dann einen Tag nach der offiziellen Wahl online veröffentlicht.

Die Vorbereitungen auf die Wahl begannen schon vor Wochen. Im Unterricht behandelten die Schüler die größten Parteien, stellten diese in Kurzreferaten vor und analysierten Wahlplakate und testeten den Wahl-O-Mat, mit dem im Internet die persönliche politische Präferenz herausgefunden werden kann. Dann beschäftigten sich die Schüler mit Fragen, wie wohl die anderen Schüler gewählt haben oder ob Nicht-Wahlberechtigte anders wählen wie die Erwachsenen.

Die 18-jährige Anne Rauch beteiligt sich in diesem Jahr auch als Wahlhelferin an den Juniorwahlen und findet, dass dies „eine tolle Sache“ ist. Mit 18 Jahren ist die Zwölftklässerin zum ersten Mal wahlberechtigt. Sie bezieht ihre Informationen über die kandidierenden Parteien neben dem Unterricht zum größten Teil aus dem Internet oder der Zeitung. „Die Schüler werden so nicht ins kalte Wasser geschmissen“, meint die Schülerin des Sozialkunde-Leistungskurses. Außerdem ist sie der Meinung, dass die Juniorwahl mehr junge Menschen dazu bringt, zur Wahl zu gehen.

Auch David Agrebi aus der 10b wirkt als Wahlhelfer mit und interessiert sich auch außerschulisch für Politik. Der 16-Jährige ist seit drei Monaten Mitglied der Jungsozialisten, der Jugendorganisation der SPD. „Ich weiß, dass es für jemanden in meinem Alter ungewöhnlich ist“, meint David. Die Organisation habe er durch einen Freund kennengelernt und festgestellt, dass diese am ehesten seinen politischen Idealen entspreche. In der Juniorwahl sieht er eine „sehr gute Möglichkeit für Nicht-Wahlberechtigte, ihre politische Meinung zum Ausdruck zu bringen“. (ndt)

 

Quelle: Die Rheinpfalz, Westricher Rundschau vom 15.Mai 2014