Thematisch begann der Ausflug bereits einen Tag zuvor, am 10. Februar 2026, mit der Teilnahme an einem Vortrag unter der Leitung von Frau Hauptmann Selina Bischoff. In diesem wurden gesellschaftlich und historisch bedeutsame Themen wie die Gründung der Bundeswehr, der NATO-Beitritt Deutschlands, der Kalte Krieg sowie die heutige Sicherheitspolitik Deutschlands behandelt. Darüber hinaus kamen wir in einen stufeninternen Meinungsaustausch zu aktuellen Fragestellungen, etwa zur Rolle der Bundeswehr in der Gegenwart, zur möglichen Wiedereinführung der Wehrpflicht und der damit verbundenen Aufrüstung, zur allgemeinen Sicherheitslage in Deutschland sowie zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz im militärischen Bereich.
Die eigentliche Exkursion begann am folgenden Tag um 7:25 Uhr an der Bushaltestelle der RS+ unter der Leitung von Herrn Pick, Frau Burckhardt und Frau Hauptmann Bischoff. Gegen 10:00 Uhr erreichten wir nach etwa zweieinhalb Stunden Fahrt die Dokumentationsstätte Regierungsbunker in Ahrweiler. Dort erhielten wir eine informative Führung durch den ehemaligen Regierungsbunker, der nach der Wiedervereinigung zu einem Museum umfunktioniert wurde. Die Ausstellung veranschaulicht durch original erhaltene Kommandozentralen, Schlaf- und Dekontaminationsräume sowie Büroräume eindrucksvoll die Organisation und Funktionsweise des Bunkers zu Zeiten des Kalten Krieges. Der Regierungsbunker wurde zwischen 1960 und 1972 in zwei stillgelegten Eisenbahntunneln im Ahrtal errichtet und diente als Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes. Die Anlage war insgesamt rund 17 Kilometer lang und bestand aus einem weitverzweigten Tunnelsystem mit zahlreichen Querschlägen und Sicherheitsschleusen. Im Ernstfall hätten dort bis zu 3.000 Personen – darunter Mitglieder der Bundesregierung, des Bundestages sowie wichtige Verwaltungsmitarbeiter – für etwa 30 Tage autark überleben können. Der Bunker verfügte über eine eigene Strom- und Wasserversorgung, Notstromaggregate, Luftfilteranlagen zum Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Gefahren sowie über medizinische Versorgungsräume. Auch Schlafräume, Küchen, Sanitäranlagen, Fernmeldezentralen und ein vollständig ausgestatteter Kabinettssaal waren vorhanden. Ziel war es, im Falle eines nuklearen Angriffs die Handlungsfähigkeit des Staates sicherzustellen und die demokratische Ordnung der Bundesrepublik Deutschland aufrechtzuerhalten.
Im Anschluss an die Führung fuhren wir weiter nach Bonn. In der Kantine des Bundesministeriums der Verteidigung erwartete uns ein warmes Mittagessen. Nach der gemeinsamen Mittagspause begaben wir uns in das Tagungszentrum Hardthöhe, wo wir in Gruppen verschiedene Arbeitsaufträge bearbeiteten.Die Aufgaben befassten sich unter anderem mit dem Aufbau und der Funktion des Regierungsbunkers während seiner aktiven Nutzung, mit aktuellen Gefahren, auf die ein Staat vorbereitet sein sollte, mit der Planung moderner Schutzanlagen in Deutschland sowie mit der Frage, ob der Bau solcher Bunker heute sinnvoll und gewinnbringend für die Gesellschaft wäre. Abschließend wurden die Ergebnisse der Gruppenarbeit gemeinsam vorgestellt und diskutiert.
Nach dem Besuch des Tagungszentrums traten wir die Rückfahrt nach Lauterecken an, wo wir gegen 18:30 Uhr ankamen.
Unser besonderer Dank gilt dem Bundesministerium der Verteidigung, der Dokumentationsstätte Regierungsbunker sowie unseren Exkursionsleitern Herrn Pick, Frau Burckhardt und Frau Hauptmann Bischoff, ohne deren Engagement diese Exkursion nicht möglich gewesen wäre.
Samuel Krächan (MSS 12)
