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Aktuelles aus dem VGL

Exkursion "Nachhaltigkeit": Planspiel: "Bergbau im Nebelwald?!"

Am Donnerstag, den 16.4.2026, besuchten wir die Fridtjof-Nansen-Akademie im Weiterbildungszentrum Ingelheim.

Das WBZ befasst sich mit der außerschulischen Bildung von Jugendlichen und Erwachsenen. Dazu gehören nicht nur Seminare zu Migration oder Rechtsextremismus, sondern auch zu Globalisierung und Nachhaltigkeit.

Unsere Exkursion begann am Bahnhof Staudernheim, von dem wir unsere Fahrt nach Ingelheim antraten. Vor Ort angekommen, wurden wir herzlich von der Leitung des Seminars begrüßt und bekamen einen Überblick über das bevorstehende Programm.

Nachdem wir zu einigen nachhaltigen Ideen unsere begründete Meinung abgaben, begann der theoretische Teil der Veranstaltung.

In diesem vermittelte der Seminarleiter, Julius Dietz, Grundlagen zu den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, den Nachhaltigkeitszielen der UN sowie den vielen verschiedenen Bereichen in denen Nachhaltigkeit eine Rolle spielt.

Danach verschafften wir uns einen Überblick über die Verteilung der Weltbevölkerung, des Bruttoinlandsprodukts oder der Entnahme von Süßwasser, pro Kontinent. Dazu mussten wir unsere Gruppe geschickt auf einer Weltkarte platzieren. Anschließend kamen wir zur Hinführung zum Planspiel. Wie hängen unsere Smartphones mit dem Rohstoffabbau im Kongo zusammen? In Minen werden Menschen dazu gezwungen seltene Erden und wertvolle Metalle unter unwürdigen Bedingungen abzubauen. Diese Bodenschätze sind wichtig für unsere Smartphones und generell technischen Geräte.

Ebenfalls wurden uns Aufnahmen der größten Elektroschrott Müllhalde der Welt gezeigt.

Agbogbloshie liegt in Accra, im Süden Ghanas und vor Ort wird Elektroschrott so lange unter freiem Himmel verbrannt, bis ausschließlich wertvolle Metalle übrig sind. Dadurch ist das Gebiet völlig verseucht.

In unserem Planspiel sollten wir dann in verschiedene Rollen schlüpfen: Als Bürger von Ginta, einem Dorf im Nebelwald, als Vertreter einer Bergbaufirma, Menschenrechtsaktivisten, Naturschützern und Ministerien sollten wir entscheiden, ob wir unser Dorf durch das Abbauen von Bodenschätzen entwickeln wollen.

Nach einer Einführung in das Planspiel und dem Einteilen in die einzelnen Gruppen, arbeiteten wir unsere Positionen zu der Thematik aus und begaben uns in informelle Besprechungen zwischen den einzelnen Gruppen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen führten wir noch kurz unsere Gespräche innerhalb der Gruppen fort, bevor wir in die große Verhandlung gingen. Geleitet von den Bürgermeistern diskutieren wir angeregt unser weiteres Vorgehen als Gemeinde, die Möglichkeiten des Bergbaus mit dessen Chancen und Risiken. Unsere gute Zusammenarbeit und die vielen sorgfältig ausgearbeiteten Argumente, führten dazu, dass wir uns als Gemeinde einstimmig gegen den Bergbau in Ginta entschieden.

Das Planspiel hat uns gezeigt wie viele verschiedene Faktoren bei nachhaltigen Entscheidungen eine Rolle spielen und wie viele Folgen eine einzige Entscheidung haben kann.

Anschließend beschäftigten wir uns mit diversen Siegeln (wie beispielsweise dem FSC- oder dem Fairtrade Siegel), ihrer Bedeutung, sowie ihrer Glaubhaftigkeit. Abschließend wurde uns die Realität nochmal in Form eines Videoclips vor Augen geführt: In einem sozialen Experiment verkauften zwei Reporter extrem günstige Lebensmittel wie Schokolade, Bananen und Kaffee an einem Marktstand. Bei Rückfragen zum ungewöhnlich niedrigen Preis, waren die beiden dann vollkommen ehrlich und berichteten über die schlechten Arbeitsbedingungen, unzureichenden Löhne und Kinderarbeit. Schockiert davon waren nur wenige Käufer und die Produkte fanden reißenden Absatz.

Damit wurde erschreckend deutlich, wie egal vielen Konsumenten Nachhaltigkeit und humane Arbeitsbedingungen sind – letztlich entscheidet der Preis.

Unser Tag endete mit einer kleinen Rückmeldung zum Seminar und der gemeinsamen Rückfahrt nach Staudernheim.

Als Fazit kann man sagen, dass der Tag in Ingelheim für uns sehr interessant und lehrreich war.

Fin Rotthus, Kairyn Klein, Phillip Simon (MSS 11)