Die Stadt der Weimarer Klassik bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, bedeutende Orte deutscher Literatur- und Kulturgeschichte aus nächster Nähe kennenzulernen und Unterrichtsinhalte vor Ort zu vertiefen.
Nach der Anreise mit der Bahn und dem Bezug der Unterkunft erhielten die Teilnehmenden bei einer Stadtführung einen ersten Eindruck von Weimar. Dabei wurden zahlreiche historische Plätze, Denkmäler und Gebäude vorgestellt, die eng mit dem Wirken Goethes, Schillers und weiterer bedeutender Persönlichkeiten verbunden sind.
Am zweiten Tag stand der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald auf dem Programm. Die Schülerinnen und Schüler erkundeten das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers und setzten sich intensiv mit den Spuren nationalsozialistischer Verbrechen auseinander. Besonders die Überreste der Lageranlagen und des Krematoriums machten die Dimensionen der historischen Ereignisse eindrucksvoll erfahrbar und boten Anlass zu zahlreichen Gesprächen und Reflexionen. Am Abend folgte mit dem Besuch von Molières Komödie Der Menschenfeind im Sommertheater des Deutschen Nationaltheaters am e-Werk ein besonderer Höhepunkt der Studienfahrt. Die Inszenierung verlegte den Klassiker in die Atmosphäre eines turbulenten Sommer- und Weinfestes und präsentierte die Handlung als ebenso humorvolles wie bissiges Gesellschaftsporträt. Mit großer Spielfreude, temporeichen Szenen und pointierten Dialogen gelang es dem Ensemble, die zeitlosen Konflikte des Stücks – den Gegensatz zwischen schonungsloser Ehrlichkeit und gesellschaftlicher Anpassung – für ein heutiges Publikum greifbar zu machen. Die offene Spielstätte des e-Werks und die moderne Umsetzung verliehen der Aufführung eine besondere Dynamik. Die Schülerinnen und Schüler erlebten, wie ein mehr als 350 Jahre alter Theatertext durch eine kreative Inszenierung überraschend aktuell wirken kann. Die Aufführung zählte für viele Teilnehmende zu den eindrucksvollsten Erlebnissen der gesamten Studienfahrt.
Der dritte Tag war ganz den bedeutenden Schriftstellern der Weimarer Klassik gewidmet. Den Auftakt bildete die Sonderausstellung zu Goethes „Faust“ im Schiller-Museum. Originale Exponate, anschauliche Erläuterungen und moderne Präsentationsformen ermöglichten neue Perspektiven auf eines der bedeutendsten Werke der deutschen Literatur. Anschließend führte eine thematische Führung durch Schillers Wohnhaus. Die original erhaltenen Räume vermittelten einen lebendigen Eindruck vom Alltag und Schaffen des Dichters. Besonders eindrucksvoll war die Möglichkeit, Arbeitszimmer, Wohnräume und persönliche Gegenstände Schillers zu besichtigen und dadurch die historische Persönlichkeit hinter den im Unterricht behandelten Texten kennenzulernen. Am Nachmittag stand das Goethe-Wohnhaus auf dem Programm. Die Schülerinnen und Schüler konnten die repräsentativen Wohn- und Arbeitsräume Goethes erkunden und erfuhren dabei viel über dessen vielfältige Interessen als Dichter, Naturforscher und Staatsmann. Die anschließende Führung durch das Goethe-Museum vertiefte diese Eindrücke. Anhand zahlreicher Exponate, Manuskripte und Kunstwerke wurde deutlich, welchen nachhaltigen Einfluss Goethe auf die deutsche und europäische Kulturgeschichte ausgeübt hat. Für viele Teilnehmende gehörte dieser Tag zu den Höhepunkten der Studienfahrt, da Literaturgeschichte hier unmittelbar erfahrbar wurde.
Den Abschluss bildete am Mittwoch der Besuch des berühmten Rokokosaals der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Die prachtvolle Gestaltung des Saales und die Bedeutung der Bibliothek als kulturelles Zentrum Weimars hinterließen bei der Gruppe einen bleibenden Eindruck.
Die Studienfahrt verband Literatur, Theater, Geschichte und Kultur auf besondere Weise und bot zahlreiche Gelegenheiten, die Unterrichtsinhalte außerhalb des Klassenzimmers zu erleben. Die gewonnenen Eindrücke werden die Schülerinnen und Schüler sicherlich noch lange begleiten. Ein besonderer Dank gilt der Horst-Eckel-Stiftung sowie dem Förderverein des Veldenz Gymnasiums Lauterecken. Durch ihre großzügige finanzielle Unterstützung konnten die Kosten der Studienfahrt erheblich reduziert und die Teilnahme für alle Schülerinnen und Schüler erleichtert werden. Ihr Engagement trägt maßgeblich dazu bei, außerschulische Lernorte und kulturelle Bildung für junge Menschen zugänglich zu machen.
Pascal Pick
