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Aktuelles aus dem VGL

Tschechische Partnerschule aus Holice zu Gast am VGL

Das VGL erweitert seine internationale Zusammenarbeit – dieses Mal war das Gymnazium Dr. Emila Holuba aus Holice (Tschechien) zu Gast am VGL, womit der Beginn einer neuen, hoffentlich langfristigen Partnerschaft markiert wurde.

Im Mittelpunkt der Begegnung, bei der auf deutscher Seite Schülerinnen und Schüler der MSS 12 teilnahmen, stand – wie bereits bei manch vergangenen Projekten – die gemeinsame Auseinandersetzung mit Geschichte, insbesondere mit dem Zweiten Weltkrieg, der NS-Ideologie sowie deren Auswirkungen auf Europa, hier aber speziell auf Tschechien.

Am Montag reisten die tschechischen Schülerinnen und Schüler an und wurden am Bahnhof in Bad Sobernheim (nachdem die schnell zugehenden Zugtüren einen Empfang in Staudernheim verhinderten) herzlich von ihren deutschen Austauschpartnerinnen und -partnern empfangen. Nach ersten Kennenlernspielen und einer Führung durch das Veldenz Gymnasium bot ein gemeinsames Essen Gelegenheit zum Austausch in lockerer Atmosphäre. Anschließend ging es in die Gastfamilien, wo die Gäste erste Einblicke in den deutschen Alltag gewinnen konnten.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens sowie der inhaltlichen Arbeit. Nach weiteren Kennenlernspielen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler in einem Quiz mit kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden („Typisch tschechisch – typisch deutsch?“). Anschließend begann die Projektarbeit in gemischten Gruppen. Thematisch setzten sich die Jugendlichen mit dem Zweiten Weltkrieg, der Bedeutung der Münchner Konferenz und ihren Folgen für Tschechien sowie mit der NS-Ideologie auseinander. Am Nachmittag erkundeten die Gruppen die Stadt Lauterecken mithilfe der App „Actionbound“, was für eine abwechslungsreiche und interaktive Auseinandersetzung mit der Region sorgte und das gemeinsame Miteinander weiter stärkte.

Ein besonderer Höhepunkt der Woche war der Mittwoch mit der Exkursion zur NS-Ordensburg Vogelsang in der Eifel. Die ehemalige Schulungsstätte für Führungskräfte des NS-Regimes diente der ideologischen Ausbildung im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung. Während einer Führung über das Gelände erhielten die Schülerinnen und Schüler eindrucksvolle Einblicke in die Architektur, Funktion und propagandistische Bedeutung der Anlage. Besonders prägend war der Besuch der Ausstellung „Bestimmung Herrenmensch“, die sich kritisch mit den rassistischen Ideologien des Nationalsozialismus auseinandersetzt und deren menschenverachtende Konsequenzen verdeutlicht. Die Exkursion bot damit einen intensiven Zugang zur NS-Geschichte und regte zur Reflexion über Ideologie, Macht und Verantwortung an.

Am Donnerstag führte das Programm die Gruppe nach Kaiserslautern. Bei einer Stadtführung durch das historische Zentrum lernten die Schülerinnen und Schüler wichtige Stationen der Stadtgeschichte kennen. Anschließend blieb Zeit zur freien Verfügung, die für weitere Erkundungen und den persönlichen Austausch genutzt wurde.

Der Freitag stand im Zeichen der abschließenden Projektarbeit. In ihren Gruppen bereiteten die Schülerinnen und Schüler Präsentationen vor, darunter Quizformate, digitale Pinnwände (Padlets) und klassische Präsentationen. Die Ergebnisse wurden vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Dabei wurde deutlich, wie intensiv sich die Teilnehmenden mit den historischen Themen auseinandergesetzt hatten und welche unterschiedlichen Perspektiven sie einbrachten. Den gelungenen Abschluss bildete ein gemeinsames Grillen in der Schule, bei dem noch einmal die Gemeinschaft und die neu entstandenen Freundschaften im Mittelpunkt standen. Am Abend traten die tschechischen Gäste schließlich die Rückreise nach Holice an.

Der Austausch erwies sich insgesamt als voller Erfolg. Die Woche war geprägt von Offenheit, Interesse und viel gemeinsamen Spaß. Neben der intensiven historischen Auseinandersetzung bot das Programm zahlreiche Gelegenheiten für persönliche Begegnungen und interkulturellen Austausch. Besonders bereichernd war, wie schnell sich enge Kontakte und Freundschaften entwickelten. Insgesamt zeigte der Austausch eindrucksvoll, wie wertvoll solche internationalen Begegnungen sind: Sie fördern nicht nur das Verständnis für Geschichte, sondern stärken auch das Bewusstsein für ein gemeinsames europäisches Miteinander.

 

Pascal Pick