Dank der Förderung durch Förderung aus Mitteln des Erasmus+-Konsortiums der ADD wurde eine Begegnung möglich, die weit mehr war als eine Reise. Unsere Schülerinnen und Schüler konnten eine neue Kultur kennenlernen, historische Ereignisse im außerschulischen Rahmen lernen, internationale Freundschaften knüpfen und wertvolle Erfahrungen sammeln, die sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Auf polnischer Seite wurde das Programm mit viel Engagement von Gabriela Eisele und Ewa Tabian-Kania organisiert und gestaltet. Auf deutscher Seite übernahm Pascal Pick die Organisation und Programmgestaltung. Begleitet und betreut wurde die Gruppe außerdem von Sarah Brach und Julia Großgloß. Allen Beteiligten gilt ein großer Dank für ihren Einsatz und ihre Herzlichkeit.
Bereits am Sonntagabend, den 12.04.2026, begann das Abenteuer. Um 22 Uhr trafen sich alle am Busbahnhof des Veldenz Gymnasiums, voller Vorfreude und vielleicht auch ein wenig Müdigkeit im Voraus. Nach einer langen Nachtfahrt erreichten wir am Montagvormittag unsere Jugendherberge in Niwki. Nach dem Beziehen der Zimmer wartete bereits ein frisch zubereitetes Mittagessen auf uns. Anschließend halfen Kennenlernspiele und Icebreaker dabei, erste Kontakte zwischen den deutschen und polnischen Schülerinnen und Schülern zu knüpfen. Ein Spaziergang zum nahegelegenen See sorgte nach der langen Busfahrt für Bewegung und frische Luft. Der erste Tag klang entspannt aus und aus Fremden wurden langsam erste Bekannte.
Am Dienstag ging es früh mit einem gemeinsamen Frühstück und der Fahrt zur polnischen Partnerschule weiter. Dort wurden wir herzlich vom Schulleiter und seiner Stellvertreterin empfangen, die als Deutschlehrerin ebenfalls maßgeblich an der Organisation beteiligt war. Besonders spannend waren die anschließenden Unterrichtsbesuche. Obwohl der Unterricht auf Polnisch stattfand und wir sprachlich nur wenig verstehen konnten, war es faszinierend, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum deutschen Schulalltag zu entdecken.
Ein echtes Highlight entstand im Musikunterricht: Dort lernten einige Schülerinnen und Schüler einen, gerade in Schulen, sehr beliebten Tanz, den Belgijika (belgischer Tanz), bei dem viele Paare gemeinsam im Kreis tanzen. Bereits in der Pause wurde der Tanz voller Begeisterung vorgeführt und schnell schlossen sich immer mehr deutsche und polnische Schülerinnen und Schüler an. Es entstand ein wunderschönes Bild von gemeinsamer Freude, Musik und spontaner Begegnung. Spätestens beim gemeinsamen Grillabend am letzten Abend wurde der Tanz perfektioniert und sogar die Lehrkräfte tanzten mit und sorgten für viele lachende Gesichter.
Nach dem Schulbesuch wurden wir im Kulturzentrum der Stadt mit einem frisch gekochten Mittagessen empfangen. Dort begrüßte uns sogar der Bürgermeister persönlich. Gemeinsam mit dem Schulleiter hieß er uns offiziell willkommen und überreichte Gastgeschenke an die Teilnehmenden. Besonders kreativ wurde es anschließend bei einem Workshop zur deutsch-polnischen Freundschaft. Eine Stofftasche konnte individuell mit Symbolen und Erinnerungen gestaltet werden. Die geplante Stadtführung fiel zwar leider wegen des Wetters ins Wasser, doch die gute Stimmung blieb bestehen.
Am Mittwoch stand ein Ausflug nach Breslau auf dem Programm. Bei einer deutsch-polnischen Stadtführung lernten wir die beeindruckende Altstadt kennen und entdeckten die berühmten Breslauer Zwerge, die sofort begeistert fotografiert wurden. Sehenswürdigkeiten wie der Dom, die Dominsel und Universitätsgebäude standen ebenfalls auf dem Programm. Anschließend erkundeten die Schülerinnen und Schüler die Stadt in gemischten deutsch-polnischen Gruppen bei einer von Gabriela selbst entworfenen Stadtrallye. Natürlich blieb auch noch Zeit, kleine Souvenirs als Erinnerung an diesen besonderen Tag zu kaufen.
Ein weiterer Höhepunkt folgte am Donnerstag mit einem Ausflug nach Oppeln. Zunächst besuchten wir das Freilichtmuseum in Bierkowice, das das Leben in einem oppelner Dorf vom 18. bis 20. Jahrhundert eindrucksvoll darstellt. Mit großer Neugier wurden alte Häuser, eine Schule, eine Kirche und sogar die dort lebenden Schafe erkundet.
Anschließend besuchten wir das Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen. Die Geschichte der Deutschen in Polen, insbesondere zur Zeit um den Zweiten Weltkrieg, wurde dort durch Bilder, Zeitungsartikel, Radioaufnahmen und Videomaterial sehr anschaulich vermittelt. Viele Schülerinnen und Schüler waren so interessiert, dass sie gerne noch länger geblieben wären.
Auch kulinarisch gab es viel zu entdecken. Auf Wunsch einiger deutscher Schülerinnen und Schüler wurde anschließend ein traditionelles polnisches Restaurant besucht. Das Essen war während der gesamten Woche ein beliebtes Gesprächsthema und durchweg ein voller Erfolg.
Am Abend rückte der Abschied immer näher, doch zunächst wurde dieser Gedanke beim gemeinsamen Grillabend erfolgreich verdrängt. Unser Busfahrer wurde endgültig zum Publikumsliebling, als er souverän das Grillen übernahm. Es wurde gegessen, gesungen, getanzt und sehr viel gelacht, ein Abend voller Emotionen, bei dem alle wussten, wie besonders diese gemeinsame Woche war.
Am Freitagmorgen hieß es dann Koffer packen, was kurzfristig für etwas Chaos und Diskussionen um die besten Sitzplätze im Bus sorgte. Vor der Heimreise ging es noch einmal zum See, wo wir bei sonnigem Wetter einen letzten gemeinsamen Spaziergang machten. Einige wagten diesen so gar bereits in ihren Hausschuhen für die Heimfahrt.
In einer gemeinsamen Reflexionsrunde berichteten die Schülerinnen und Schüler von ihren schönsten Momenten und machten nur wenige Verbesserungsvorschläge, ein deutliches Zeichen dafür, wie gelungen diese Woche war. Anschließend verabschiedeten wir uns an der Schule von unseren polnischen Gastgebern mit kleinen Gastgeschenken, einem letzten Gruppenfoto in den extra angefertigten Austausch-Shirts und vielen Umarmungen.
Am frühen Samstagmorgen erreichten wir schließlich müde, aber glücklich wieder das Veldenz Gymnasium in Lauterecken.
Was bleibt, sind nicht nur Fotos und Souvenirs, sondern vor allem persönliche Begegnungen, neue Perspektiven, viele Aha-Momente und Freundschaften über Ländergrenzen hinweg. Genau solche Erfahrungen zeigen, wie wertvoll Erasmus+ für junge Menschen ist und wie Europa durch Begegnungen lebendig wird.
